Trotzdem ich leidenschaftlich gerne zocke, benötigt man neben den entsprechenden Spielkonsolen zwei Dinge: Zeit und Platz. Im zarten Alter von 32 Jahren (das war vor 2 Jahren) hat man von Ersterem eher weniger und kann dagegen auch meist noch weniger unternehmen. Blieb also noch das Platzproblem und das galt es zu lösen.

Spielkonsolen stehen irgendwo in der TV-Wand nahe beim Fernseher, das liegt in der Natur der Dinge. Und eigentlich stehen auch die Spiele irgendwo greifbar nebendran. Bei mir tat sich aber irgendwann das Problem auf, dass schlicht kein Platz mehr war für noch mehr Spiele. Denn merke: Videospiele verkauft man nicht! Stichwort sammeln und gern haben…

Praktischerweise haben wir im Frühjahr 2011 unser Domizil erweitert. Und noch praktischer für mich, dass wir genug Platz hatten, damit Christoph seine eigene Spielwiese bekommt – yeah! Damit war das Problem mit der Sammlung an Games vorerst aus den Füßen. Wie sich herausstellte aber nur für eine Zeit lang. Das kleine Regal quoll über und lauter Stapel mit Spielen, die dann irgendwo in der Ecke auf dem Boden liegen, haben weder Stil, noch zeugt das von irgendeiner Art Wertschätzung.

Ich weiß nicht mehr wie, aber irgendwie bin ich beim Googeln auf einen Blog gestoßen, auf der eine junge Dame ihr Geburtagsgeschenk für ihren Freund präsentierte. Es war ein Super Mario Regal, in liebevoller Kleinarbeit selbst gebaut und sah verdammt schick aus. In solchen Momenten packt es mich, ich fühle mich von der Muse geküsst und will am liebsten sofort auch loslegen. Einen Haken hatte die Sache: Erwähnte Dame hat ihr Regal zwar selbst zusammengeschustert, aber jegliche Optik war mit Folien geklebt, die eigens für das Regal angefertigt worden waren. Praktischerweise arbeitete besagte Dame in einem Printstudio – gut für sie, schlecht für mich.

Anmerkung: Siehe Kommentar weiter unten zur Korrektur.

Also mussten Farben her, jede Menge Farben und die auch am Besten gleich im richtigen Ton, dann würde der Arbeitsgang Mischen schon mal entfallen. Also ab zu Olli in den Laden und dem Verkäufer ein Protobild gezeigt. „Ach sieh an, das wird aber in schönes Regal für ihr Kind!“ Zu diesem Zeitpunkt hatte meine Frau zwar noch nicht einmal einen dicken Bauch, aber egal. Auf den stereotypen Spruch „… das Kind im Manne…“ reagierte er nicht mehr, er war mittlerweile schon auf der Suche nach den passenden Farben und drückte mir wenige Minuten später einige Tuben Rot, Grün, usw. in die Hand. Danach ging es ab ins Bauhaus, eine große MDF Platte musste ja auch noch her. Der nette Verkäufer hat mir ein großes, aber günstiges Reststück angeboten. Das zweite Mal sagte ich ihm danke, als er mir half, das Monstrum ins Auto zu hieven. Und dann konnte die Show auch schon fast beginnen.

 

Die Würfel

Die Würfel, die später die eigentlichen Staufächer sein sollen, habe ich nicht selbst zusammengebaut. Wozu gibt es denn Ebay? Blöderweise war kaum was Geeignetes zu finden, aber schlussendlich habe ich mich dann doch für 9 quadratische Kisten entschieden, die per Klips verschlossen werden können. Also wurden die Teile zunächst ordentlich geleimt und 24h später dann auch schon saftig braun angepinselt:

 

Trocknen lassen…

Zwischenzeitlich hatte ich die Grundplatte schon etwas bearbeitet und an der Oberseite ein kleines Stück abgeknabbert. Aus dem vermeintlichen Fetzen sollte eine heitere Wolke werden und wie sich zeigen sollte, gelang das auch:

 

Trocknen lassen …

Zurück zur Grundplatte. Super Mario World diente als Vorlage, die Platte sollte den Hintergrund der Spielwelt darstellen. Also sägte ich leichte Hügelkonturen und versuchte mit der Absetzung vom hellen zum dunklen Grün einen leichten dreidimensionalen Effekt zu bekommen. Vorweg musste die Platte allerdings grundiert werden, ganze drei Durchgänge waren nötig, bis das Braun der Platte der weißen Farbe gewichen ist. Die stilechten gelben Kleckse musste natürlich auch sein.

 

Was für ein Glück, dass wir im Hof einigermaßen viel Platz haben, die Platte war schon ein ziemlicher Oschi.

So, Hintergrund fertig, Wolke fertig … fehlen natürlich noch die eigentlichen Regale. Die waren mittlerweile ja längst getrocknet und konnten in der zweiten Runde bemalt werden. Das war ziemlich zeitaufwändig, ich musste alles sorgfältig abkleben, damit auch hinterher möglichst keine Farbnasen sichtbar waren. Zum Glück bin ich bei solchen Sachen filigran und Meister im puncto Durchhaltevermögen. Trotzdem war ich froh, als alle drei Reihen bemalt waren:

 

Unsere Katze Pip fand es auch irgendwie gut. Drei Reihen mussten bemalt werden und nur die Rückseite bleib von Farbe verschont. Rückblickend war ich zwei komplette Tage nur mit diesen Kisten beschäftigt. Egal, es war ja für ’nen guten Zweck.

Fehlte der finale Schritt noch: Das Montieren! Die ganzen Bauteile habe ich erst mal bei meinen Eltern im Haus gelagert, das bot sich einfach platztechnisch an. Ein paar Schrauben und Haken später war ich dann auch fast fertig:

 

Tada! Jetzt musste nur noch mein neues Schätzen in den dritten Stock unseres Hauses und an der Wand meiner Spielbude montiert werden. Dem Altbau zum Trotz nahm ich einfach Dübel eine Nummer größer und das Regal saß bombenfest.

 

Noch ein paar Super Mario Figuren reingestellt, eine kleine Münze hatte ich zwischen Tür und Angel auch noch gedremelt (oberste Reihe) und fortan freuten sich die Konsolenspiele über ein neues Zuhause!

Das war im Sommer 2011 und mittlerweile müsste ich – mal wieder aus Platzgründen – ein zweites Regal bauen, aber nicht in diesem Jahr 😉

4 thoughts on “Super Mario Regal

  1. Jetzt ist es doch schon so viele Jahre her, aber es ärgert mich doch leider immer wieder, deswegen sollte ich das mal klarstellen. Ich fühle mich geehrt, dass jemand mein Regal als Vorlage nimmt, aber die Geschichte dahinter stimmt leider nicht. Ich habe dieses Regal weder meinem Freund zum Geburtstag geschenkt, noch arbeite ich nem Printladen. Das einzige, was hier fertig gekauft wurde, sind die Scharniere. Der Rest ist Handarbeit. Und ja, auch die Farben sind selbst gemischt und weichen absichtlich vom Original ab. Passt so einfach viel besser in die Wohnung. Wir haben unser Regal damals auf einer einzigen Fanpage gepostet und dann ist es als Selbstläufer um die halbe Welt gegangen. Und als es wieder ins deutsche übersetzt wurde, war von der Ursprungsgeschichte wohl nicht mehr viel übrig. Normalerweise wär’s mir auch egal, aber die Sache mit den Folien ist doch irgendwie eine Abwertung der Arbeit. Obwohl es für mich spricht, denn anscheinend habe ich so sauber gearbeitet, dass es glatt als Foliendruck durchgeht.

    • Danke für die Klarstellung. Da bin ich dieser „urban legend“ wohl auch auf den Leim gegangen 🙂

  2. Hi!

    finde dein Projekt echt super! Sieht nach viel mühe und Sorgfalt aus.

    Was für Kisten hattest du damals gekauft?
    Ich würde so etwas ähnliches auch gerne bei uns werkeln 🙂

    • Hi und danke 🙂
      Die Kisten habe ich damals bei Ebay erstanden. Eine genauere Bezeichnung haben die nicht, ich würde bei Ebay einfach mal als Suchbegriffe „Holziste“ und „quadratisch“ versuchen. Und am besten vorher festlegen, was in die Kisten reinpassen soll, damit man eine ungefähre Größenordnung im Blick hat.
      Viele Grüße

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